Oktober 23

01. Das unendliche Sternenmeer

Das unendliche Sternenmeer

Hallo Oma Sonne.

Dies ist nun mein allererster Brief aus dem unendlichen Sternenmeer an Dich. Ich vermisse Dich hier sehr, denn es ist oft sehr dunkel, kalt und einsam.
Das Sternenmeer ist so unendlich groß, dass man oft von einer Welt zur nächsten sehr lange reisen muss. Alleine macht das keinen Spaß. Zum Glück habe ich immer meinen kleinen Mond dabei, der mir etwas die Zeit vertreibt.
Eigentlich ist dies gar nicht mein erster Brief an Dich. Es ist schon der Zweite. Der erste hat Dich leider nie erreicht. Aber ich fange mal lieber von vorne an.
Zu Beginn meiner langen Reise befestigte ich mein großes Segel an den Spitzen meines kleinen Mondes. Er hatte vorher extra eine Diät gemacht, denn an einem Viertelmond halten Knoten viel besser als an einem Vollmond. Ich finde, dass er jetzt viel zu dünn aussieht, auch ist er ziemlich blass um seine dicke Nase geworden. Anders geht es aber leider nicht. Vielleicht fällt uns irgendwann noch etwas Besseres ein, um durch das Sternenmeer zu reisen.
Eine ganze Woche lang hatte mein kleiner Mond die Backen voll gemacht und uns durch die Unendlichkeit gepustet. So lange dauerte, bis wir bei einer anderen Sonne eine neue Welt entdeckten.
Dort angekommen, ließ ich meinen kleinen Mond unter einem großen Baum zurück. Ich wollte mich ein wenig umsehen. Es dauerte eine Weile, bis ich endlich die Wiesen und Wälder dieser Welt hinter mir gelassen hatte und auf ein paar Menschen traf.
Sie sahen ziemlich seltsam aus. Jeder von ihnen trug einen schwarzen Mantel am Körper, einen schwarzen, spitzen Hut auf dem Kopf und einen langen, weißen Bart im Gesicht, der fast bis zum Boden reichte. Sie sahen sich so ähnlich, dass sie alle Geschwister hätten sein können.
Ich machte es mir auf dem Rand eines Brunnens gemütlich und sah ihnen eine Weile zu. Diese Menschen waren wirklich sehr ungewöhnlich, denn sie taten die ganze Zeit Dinge, die ich für unmöglich hielt.
Die einen schwebten eine Hand breit über dem Boden dahin, andere verschwanden von einem Augenblick zum nächsten und wieder andere ließen plötzlich alle möglichen und unmöglichen Dinge in ihren Händen erscheinen. Wenn ich das alles nicht mir eigenen Augen gesehen hätte, ich würde es mir selbst nicht glauben.
Irgendwann sprach ich einen von ihnen an und fragte, wie das alles gehen würde. Dadurch erfuhr ich, dass ich auf der Welt der Zauberer gelandet war. Jeder Mensch konnte magische Dinge tun.
Die einen konnten schweben, die anderen Dinge erscheinen lassen und wieder andere konnten sich selbst verschwinden lassen. Es gab noch viel mehr, was sie konnten, das würde nicht in meinen Brief passen. Jeder Zauberer hatte eine andere Begabung. Und jeder wollte mir zeigen, was er konnte. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie unterhaltsam das war. Ich hätte dabei fast die Zeit und meinen kleinen Mond vergessen.
Irgendwann verabschiedete ich mich von den Zauberern und ging zurück zum großen Baum.
Dort fand ich auch meinen kleinen Mond wieder. Er schlief tief und fest, ruhte sich von der langen Reise aus. Also setzte ich mich zu ihm und begann, Dir meinen ersten Brief zu schreiben. Seite um Seite  habe ich von den vielen Zauberern berichtet. Anschließend kam der Brief in eine Flaschenpost, die ich in das Sternenmeer geworfen hatte.
Stunde um Stunde beobachtete ich die Flasche, wollte zusehen, wie sie sich auf den Weg zu dir machte. Und genau darin lag auch das Problem. Sie schwebte über mir, blieb aber wo sie war. Du kannst dir gar nicht vorstellen, mich das machte. Ich schlug die Hände vor mein Gesicht und weinte bitterlich. Große Krokodilstränen rannen meine Wangen herab.
Ich weinte so sehr, dass ich nicht einmal bemerkte, dass sich jemand neben mich gesetzt hatte.
„Hallo, kleines Mädchen. Warum weinst du so bitterlich?“, hörte ich die Frage eines Mannes.
Ich schrak hoch und sah ihn ängstlich an.
„Oh, nein. Hab bitte keine Angst vor mir. Ich bin ein Zauberer aus der Stadt und könnte keiner Fliege etwas zu Leide tun. Aber vielleicht kann ich dir helfen. Erzähl mir, warum du so traurig bist.“
Ich schluchzte noch einmal ganz laut, dann wischte ich mir die Tränen aus dem Gesicht und erzählte, was mit meiner Flaschenpost passiert war. Der Zauberer sah nach oben und entdeckte sie über unseren Köpfen, denn sie schwebte noch immer dort und bewegte sich fort.
Er lächelte mich verständnisvoll an und zog seinen langen Mantel aus, den er mir vorsichtig gab.
„Sie dir meinen Zaubermantel an. Er ist etwas ganz Besonderes. Es gibt nur einen einzigen davon. Ich kann damit Dinge tun, zu denen kein anderer Zauberer fähig ist.“
Ich sah mir den Mantel genauer an und entdeckte in seinem schwarzen Stoff unendlich viele kleine, leuchtende Punkte.
„Dieser Mantel ist mit dem Sternenmeer fest verbunden. Jeder Lichtpunkt in seinem Stoff ist ein Stern. Und wenn ich den Mantel trage, kann ich zu jedem Stern und jeder Welt reisen, die dort oben existiert.“
Ich sah zu ihm auf.
„Kannst du dann auch meine Flaschenpost zu meiner Oma Sonne bringen?“
„Das nicht, denn ich bin immer sehr beschäftigt. Aber ich kann dir einen besseren Vorschlag machen.“
Er griff in die Tasche, die an seiner Schulter hing und holte eine Schere hervor. Damit schnitt er ein Stück Stoff aus seinem Mantel und gab es mir.
„Wenn du deiner Oma Sonne eine Flaschenpost geschrieben hast, wirf sie in den Stoff hinein. Die Flasche wird augenblicklich darin verschwinden und macht sich geschwind auf den Weg. Sie wird deine Oma Sonne auf dem schnellsten Weg erreichen.“
Ich strahlte ihn an und wusste gar nicht was ich sagen sollte, so dankbar war ich ihm.
„Vielen Dank. Das ist das größte Geschenk, dass ich jemals bekommen habe.“
„Nichts zu danken, kleines Mädchen. Du bist hier auf der Welt der Zauberer. Es ist unsere Aufgabe, anderen mit unseren Gaben zu helfen. Nur leider kommen wir so selten dazu, weil hier einfach jeder ein Zauberer ist. Du hast mir also auch einen Gefallen getan.“
Dann stand er auf, hüllte sich in seinen Mantel und verschwand von einem Augenblick zum nächsten.
Ich begann also mit meinem zweiten Brief an Dich, der Dein erster werden würde. Sobald ich mit ihm fertig bin, stecke ich ihn in eine Flaschenpost und werde sie auf das kleine Stück Sternenmeer werfen. Ich hoffe, dass er dann auch bei dir ankommt. Und danach geht es wieder auf die Reise zu einer neuen Welt. Ich bin schon sehr gespannt, wohin mich mein kleiner Mond tragen wird.

Liebe Grüße,
dein kleines Mädchen mit dem kleinen Mond.

Oma Sonne lächelte, als sie den Brief zu Ende gelesen hatte. Sie freute sich sehr darüber, dass ihr kleines Mädchen im unendlichen Sternenmeer zurecht fand. Dann legte sie sich schlafen, damit die Zeit bis zum nächsten Brief nicht zu lang werden würde.

(c) 2017, Marco Wittler

März 4

Wie alles begann (Nik und Nele auf dem kleinen Mond)

Nik und Nele auf dem kleinen Mond

Die Zwillinge Nik und Nele hatten sich bereits ihre Klamotten für die Nacht angezogen. Nele saß in ihrem Nachthemd auf der unteren Matratze des Etagenbettes, ihr Bruder Nik in seinem bunten Weltraumschlafanzug darüber. Jeder von ihnen hatte noch ein Buch in der Hand, die beide viele Bilder von Sonnen, Planeten, Monden und weit entfernten Galaxien zeigten.
»Schon cool, was es alles im Weltall gibt.«, schwärmte Nik von oben. »Da draußen gibt es ja noch so unglaublich viel zu entdecken. Ob die Menschheit jemals jedes Geheimnis des Universums lösen wird?«
Nele lachte.
»Ganz bestimmt nicht. Dafür ist das Universum auch viel zu groß. Mit den Teleskopen, die heute benutzt werden, kann man eh nicht alles sehen. Dafür müsste man schon mit einem schnellen Raumschiff überall hinfliegen können. Aber davon gibt es auf der Erde nicht so viele.«
Da musste Nik ihr zustimmen. Ihm fiel nur ein einziges Raumschiff ein, dass in der Lage war, weit entfernte Planeten zu erreichen. Doch das gehörte nicht den Wissenschaftlern der Erde.
Nele blätterte in ihrem Buch weiter.
»Wow. Schau mal auf Seite 32. Da steht was über eine Supernova. Schaut irre aus.«
Sie dachte nach und grinste.
»Wäre das nicht eine coole Sache, wenn wir uns das mal anschauen, wie eine alte Sonne explodiert und stirbt? Das hat bestimmt noch kein Mensch aus der Nähe gesehen.«
In diesem Moment kam Mama ins Kinderzimmer und sammelte die Bücher ein.
»Das verschieben wir aber auf einen anderen Tag.«, sagte sie. »Es wird langsam Zeit zu schlafen.«
Die Kinder seufzten. »Dabei wurde es gerade richtig schön.« waren sie enttäuscht.
»Ihr dürft Morgen wieder eure Nasen in eure Bücher stecken.«
Mama deckte ihre Zwillinge zu, gab ihnen einen Gute Nacht Kuss und wünschte ihnen eine gute Nacht.
»Schlaft gut und träumt schön, ihr zwei. Wir sehen uns Morgen früh.«
Dann schaltete sie das Licht aus und schloss die Tür hinter sich.
»Wir sollten noch etwas unternehmen.« sagte Nele in die Dunkelheit hinein. »Ich bin noch gar nicht müde. Schlafen kann ich später auch noch. Was hältst du von einem Ausflug?«
Sie starrte nach oben, in der Hoffnung, dass ihr Bruder zustimmen würde. Der ließ sich nicht lange bitten, kletterte vom oberen Etagenbett nach unten und setzte sich neben Nele.
»Du hast dir doch bestimmt schon ein Ziel ausgesucht, oder?«
Nele knipste ihre Taschenlampe an und nickte grinsend.
»Wir werden uns eine Supernova anschauen. In meinem Buch habe ich von einer Sonne gelesen, die schon sehr alt ist und nicht mehr lange leben wird. Wenn wir Glück haben, explodiert sie heute Nacht. Dann werden wir die ersten Menschen sein, die so etwas gesehen haben.«
Sie legte ihr Kopfkissen zur Seite und drückte auf den großen, roten Knopf, der darunter zum Vorschein kam. An den Seiten des unteren Betts schoben sich dicke Glasscheiben nach oben. Die Türen des Balkons öffneten sich und das Bett schwebte langsam darauf zu.
»Nächster Halt: Supernova.« Nele grinste und machte es sich gemütlich, während die beiden mit ihrem sehr ungewöhnlichen Raumschiff in Richtung Himmel flogen.

Das Etagenbett raste nach wenigen Sekunden an der internationalen Raumstation ISS vorbei, passierte den Mond und verließ unser Sonnensystem. Das Ziel war eine weit entfernte Sonne, die zu Beginn der Reise nur als kleiner, weißer Punkt im All zu erkennen war. Doch mit jeder Minute wurde dieser Punkt größer.
»Wir sind bald da.«, erklärte Nele. »Opa hat am Wochenende ein paar Stunden an unserer Technik geschraubt und den Antrieb verbessert. Unser Bett jetzt fast doppelt so schnell wie vorher.«
Nik war begeistert. Er konnte sich an den vorbei flitzenden Sternen einfach nicht satt sehen.
»Eigentlich schade. Mir macht der Flug so viel Spaß, wir könnten uns die Supernova auch an einem anderen Tag anschauen.«
Nele knuffte ihn in die Seite.
»Zu spät, wir sind schon fast angekommen. Außerdem wird die Supernova nicht auf uns warten.«
Das fliegende Bett bremste und wurde langsamer. Vor sich sahen die Kinder eine rote Sonne um die sich ein paar Planeten drehten.
»Sie wird schwächer.«, erklärte Nele. »Ihr Licht war mal heller und auf den Planeten muss es deutlich wärmer gewesen sein.«
Das bestätigte sich bei einem Blick auf die Planeten. Ihre Oberflächen waren mit Eis und Schnee bedeckt.
»Wenn es hier mal Leben gegeben hat, ist es schon vor langer Zeit erfroren.«
Langsam näherten sie sich der Sonne, um sie aus der Bähe betrachten zu können. dann fiel ihnen etwas auf. Die Zwillinge entdeckten einen kleinen, dunklen Punkt.
»Was fliegt denn da so nah an der Sonne vorbei?«, wunderte sich Nik. »Für einen Planeten ist es zu klein. Das sollten wir uns genauer anschauen.«
Nele steuerte das Bett auf das unbekannte Objekt zu. als sie nah genug waren, stellte sie fest, dass sich ein kleiner Mond hierher verirrt hatte. Und dieser Mond war nicht allein. Auf ihm saß ein kleines Mädchen.
»Das glaub ich nicht. Das ist ja völlig verrückt.«, entfuhr es Nik.
»Etwa so verrückt, wie ein fliegendes Bett im Weltraum?«, fragte Nele und grinste schelmig.
»Hallo, kleines Mädchen!«, rief zu zum Mond hinüber. »Was machst du hier so ganz allein?«
Das Mädchen drehte sich um. Sie schien ihre Besucher erst in diesem Moment zu entdecken.
»Allein? Ich vin doch nicht allein. Ich habe meinen kleinen Mond und gemeinsam leisten wir Oma Sonne Gesellschaft.«
»Oma Sonne?«
Nele wollte gar nicht glauben, was sie da hörte. Wie konnte denn eine Sonne eine Oma sein?
Doch dann drehte sich die Sonne plötzlich um sich selbst. Auf ihr kam ein freundlich lächelndes Gesicht zum Vorschein.
»Hallo, ihr zwei. Ich bin Oma Sonne. Was führt euch zu uns?«
Unsicher lächelten Nik und Nele zurück. Mit so einer Überraschung hatten sie nicht gerechnet.
»Wir wollten uns eigentlich eine Supernova aus der Nähe anschauen.«, begann Nele.
»Oma? Was ist eine Supernova?«
Die alte Sonne sah verzweifelt von dem kleinen Mädchen zu den Zwillingen hinüber.
»Wenn eine sehr große Sonne alt geworden ist, dann bläht sie sich auf. Sie wird so groß, dass sie dabei einige ihrer Planeten verschluckt und anschließend explodiert. Aus ihr wird eine riesige Gas- und Staubwolke. Aus dieser entsteht dann irgendwann eine neue, junge Sonne mit neuen Planeten. Alles beginnt dann wieder von vorn.«
Das Mädchen bekam große, entsetzte Augen.
»Du wirst explodieren, Oma Sonne?«
Oma Sonne lächelte. Hätte sie einen Kopf besessen, würde sie diesen schütteln.
»Nein. Darum musst du dich nicht sorgen. Ich bin dafür nicht groß genug. Ich werde einfach nur alt. Ich werde schrumpfen, mein Licht wird schwächer und kälter. Bis ich dann vergehe, wird noch viel Zeit vergehen.«
Die Sonne schloss die Augen und seufzte.
»Mein Licht wird aber schon bald nicht mehr ausreichen, um dich und deinen kleinen Mond zu wärmen. Du wirst schon bald nicht mehr bei mir leben können.«
Der Blick des kleinen Mädchens wurde traurig.
»Ist mir deswegen in letzter Zeit immer so kalt?«
»Ja.«
Oma Sonne schluckte schwer.
»Du wirst dir schon bald einen neuen Platz zum Leben suchen müssen.«
»Aber wohin soll ich gehen? Ich kenne nichts anderes, als dich und deine Planeten.«
Nele räusperte sich leise aber hörbar.
»Wir können dir dabei helfen.«
Sie holte unter ihrem Kopfkissen das große Weltraumbuch hervor.
»Das Universum ist voller Sonnen und Welten. Jede von ihnen ist einzigartig und etwas ganz Besonderes. Wenn du es annehmen magst, würde ich dir mein Buch schenken. Darin wirst du erfahren, wo sich welche Welt befindet und wie du dort hin kommst.«
Das kleine Mädchen schüttelte den Kopf.
»Ich kann aber hier nicht weg. Ich kann meinen kleinen Mond nicht allein lassen. Er ist mein bester Freund und hat schon viel mit mir zusammen erlebt.«
Auch der kleine Mond sah nun ganz traurig aus.
Nik grinste und zog das Bettlaken von Neles Matratze.
»Alles kein Problem. wir binden das Laken an deinem Mond fest. Dann könnt ihr es als Segel benutzen. Ihr fahrt dann mit den Sonnenwinden durch das weite Sternenmeer. Und wenn einmal eine Flaute herrscht, pustet dein Mond mit vollen Backen in das Segel. Du wirst schon sehen, dass das eine gute Idee ist.«
Das Mädchen schluckte. Noch einmal sah sie Oma Sonne an. Die Sonne lächelte herzlich warm.
»Du schaffst das schon, mein kleines, geliebtes Mädchen. Dein kleiner Mond wird schon auf dich aufpassen. Und ich werde in Gedanken und in deinem Herzen immer bei dir sein.«
Das kleine Mädchen nickte und lächelte zurück.
»Dann werde ich mich auf die Reise machen. Und ich werde dich dabei nie vergessen.«
Nik und Nele begannen nun, den kleinen Mond vorzubereiten. Sie knoteten das Bettlaken an ihm fest, erklärten ihm, wie ein Segel funktionierte und legten noch das Weltraumbuch bereit. Zum Schluss kletterte Nik auf sein Bett hoch, kramte unter der Decke herum und holte ein paar leere Trinkflaschen hervor.
»Die wirst du bestimmt gebrauchen können.«
Das kleine Mädchen sah die Flaschen verständnislos an.
»Das verstehe ich nicht. Was kann ich mit den Dingern anfangen?«
Nik lachte.
»Das ist mein Rezept gegen Heimweh. Du schreibst Oma Sonne einen Brief über deine Abenteuer und Erlebnisse. Den steckst du in eine der Flaschen und wirfst sie dann in das Sternenmeer. Die Strömung sie dann hierher. Oma Sonne wird deine Briefe lesen können und fühlt sich dann ganz nah bei dir.«
Die Augen des kleinen Mädchens begannen zu strahlen. Es hüpfte von ihrem Mond auf das Etagenbett und drückte die beiden Zwillinge an sich.
»Vielen Dank, Nik und Nele. Ihr habt mir sehr geholfen. Ich hoffe, dass wir uns eines Tages wieder sehen werden.«
Dann verabschiedeten sie sich voneinander. Die beiden Geschwister flogen langsam mit ihrem Etagenbett nach Hause. Immer wieder blickten sie dabei zurück und sahen dem Abschied des kleinen Mädchens von Oma Sonne zu.
»Wir haben zwar keine Supernova gesehen, aber dafür war dieses unerwartete Treffen viel schöner.«, sagte Nele.
»Ich hoffe, dass das kleine Mädchen einen neuen Platz im Sternenmeer finden wird.«
Dem konnte Nik nur beipflichten.

(c) 2017, Marco Wittler